Europäischer Verhaltenskodex für Mediatoren
Copyright & development by Kastell MediCon Services in 2018
                                                                                                                                                                   MediCon Services       Phone: +49 4172 6629      Email: mediation@mediconservices.eu

 MediCon Services

Eva-Maria Kastell

mediation & conflict management
Unbenannt
Startseite
Über mich
Kontakt / Erstgespräch
Mediation
Links
Datenschutz
Impressum

Europäischer Verhaltenskodex für Mediatoren


 
Um die Qualität von Mediationsverfahren zu sichern wurde -initiiert von
der EU-Kommission der European Code of Conduct entwickelt.                                      
Dieser wurde am 02.07.2004 verabschiedet. Dieser Verhaltenskodex
stellt einen Katalog von Prinzipien auf europäischer Ebene auf, denen
sich Mediatoren freiwillig anschließen können.                                                     
Unter anderem beinhaltet das Regelwerk, dass
 
· vollkommene Unparteilichkeit der Mediatoren gewährleistet ist
 
· der Mediator alle erforderlichen Maßnahmen ergreift, um sicherzustellen, 
 dass eine einvernehmliche Einigung der Parteien erzielt wird
 
· Mediationsvereinbarungen von den Parteien eingehalten werden
 
· alle Parteien in angemessener Weise in das Verfahren eingebunden sind
 
· die Vertraulichkeit aller Informationen aus dem Verfahren gewahrt ist.
 
 
Wortlaut des Code of Conduct
 
1. Kompetenz und Ernennung von Mediatoren
 
1.1. Zuständigkeit
Mediatoren sind sachkundig und kompetent in der Mediation. Sie müssen eine
einschlägige Ausbildung und kontinuierliche Fortbildung sowie Erfahrungen mit
Mediationstätigkeiten auf der Grundlage einschlägiger Standards oder
Zulassungsregelungen vorweisen.
 
1.2. Ernennung
Der Mediator vereinbart mit den Parteien geeignete Termine für das
Mediationsverfahren. Der Mediator vergewissert sich ausreichend, dass er die
Voraussetzungen für die Mediationsaufgabe erfüllt und das seine Kompetenz dafür
angemessen ist, bevor er die Ernennung annimmt, und stellt den Parteien auf ihren
Antrag Informationen zu seinem Hintergrund und seiner Erfahrung zur Verfügung.
 
1.3. Bekanntmachung der Dienste des Mediators
Mediatoren können auf professionelle, ehrliche und redliche Art und Weise ihre
Tätigkeit bekannt machen.
 
 
2. Unabhängigkeit und Unparteilichkeit
 
2.1. Unabhängigkeit und Objektivität
Der Mediator darf seine Tätigkeit nicht wahrnehmen bzw., wenn er sie bereits
aufgenommen hat, nicht fortsetzen, bevor er nicht alle Umstände, die seine
Unabhängigkeit beeinträchtigen oder zu Interessenkonflikten führen oder den
Anschein eines Interessenkonflikts erwecken können, offen gelegt hat. Die
Offenlegungspflicht besteht im Mediationsprozess zu jeder Zeit. Solche Umstände
sind
- eine persönliche oder geschäftliche Verbindung zu einer Partei,
- ein finanzielles oder sonstiges direktes oder indirektes Interesse am 
 Ergebnis der Mediation oder
- eine anderweitige Tätigkeit des Mediators oder eines Mitarbeiters seiner 
 Firma für eine der Parteien.
In solchen Fällen darf der Mediator die Mediationstätigkeit nur wahrnehmen bzw.
fortsetzen, wenn er sich sicher ist, dass die vollkommene Unparteilichkeit
gewährleistet ist, und wenn die Parteien ausdrücklich zustimmen.
 
2.2. Unparteilichkeit
Der Mediator hat in seinem Handeln und Auftreten den Parteien gegenüber stets
unparteiisch zu sein und ist gehalten, im Mediationsprozess allen Parteien
gleichermaßen zu dienen.
 
 
3. Mediationsvereinbarungen, Verfahren, Mediationsregelung und Vergütung
 
3.1. Verfahren
Der Mediator vergewissert sich, dass die Parteien des Mediationsverfahrens das
Verfahren und die Aufgaben des Mediators und der beteiligten Parteien verstanden
haben. Der Mediator gewährleistet insbesondere, dass die Parteien vor Beginn des
Mediationsverfahrens die Voraussetzungen und Bedingungen der
Mediationsvereinbarung, darunter insbesondere die einschlägigen
Geheimhaltungsbestimmungen für den Mediator und die Parteien, verstanden und
sich ausdrücklich damit einverstanden erklärt haben. Die Mediationsvereinbarung
wird auf Antrag der Parteien schriftlich niedergelegt. Der Mediator leitet das
Verfahren in angemessener Weise und berücksichtigt die jeweiligen Umstände des
Falls, einschließlich einer ungleichen Machtverteilung und des Rechtsstaatsprinzips,
eventueller Wünsche der Parteien und der Notwendigkeit einer raschen
Streitbeilegung.
Die Parteien können unter Bezugnahme auf vorhandene Regeln oder anderweitig mit
dem Mediator das Verfahren vereinbaren, nach dem die Mediation vorgenommen
werden soll. Der Mediator kann die Parteien getrennt anhören, wenn er dies für
nützlich erachtet.
 
3.2. Faires Verfahren
Der Mediator stellt sicher, dass alle Parteien in angemessener Weise in das
Verfahren eingebunden sind. Der Mediator kann das Mediationsverfahren
gegebenenfalls beenden und kann die Parteien davon in Kenntnis setzen, wenn
- er aufgrund der Umstände und seiner einschlägigen Urteilsfähigkeit die
  vereinbarte Regelung nicht für durchsetzbar oder für vorschriftswidrig
  hält oder
- er der Meinung ist, dass eine Fortsetzung des Verfahrens aller
  Voraussicht nach nicht zu einer Regelung führen wird.
 
3.3. Ende des Verfahrens
Der Mediator ergreift alle erforderlichen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass eine
einvernehmliche Einigung der Parteien in voller Kenntnis der Sachlage erzielt wird
und dass alle Parteien die Bedingungen der Regelung vorstehen.
Die Parteien können sich jederzeit aus dem Mediationsverfahren zurückziehen, ohne
dies begründen zu müssen. Der Mediator kann auf Antrag der Parteien im Rahmen
seiner Kompetenz die Parteien darüber informieren, wie sie die Vereinbarung
formulieren können und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sie
vollstreckbar ist
 
3.4. Vergütung
Soweit nicht bereits bekannt, gibt der Mediator den Parteien stets vollständige
Auskünfte über die Kostenregelung, die er anzuwenden gedenkt. Er nimmt kein
Mediationsverfahren an, bevor nicht die Grundsätze seiner Vergütung durch alle
Beteiligten akzeptiert wurden.
 
4. Vertraulichkeit
Der Mediator wahrt die Vertraulichkeit aller Informationen aus dem
Mediationsverfahren oder im Zusammenhang damit und hält die Tatsache geheim,
dass die Mediation stattfinden soll oder stattgefunden hat.
Es sei denn, er ist gesetzlich oder aus Gründen der öffentlichen Ordnung zur Offenlegung gezwungen. Informationen, die eine der Parteien dem Mediator im Vertrauen mitgeteilt hat, dürfen
nicht ohne Zustimmung an die anderen Parteien weitergegeben werden, es sei denn,
es besteht eine gesetzliche Pflicht zur Weitergabe.

 
Quelle
 http://ec.europa.eu/index_de.htm